CDU-Ortsunion Rixbeck/Esbeck


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Festschrift 40 Jahre

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CDU-Ortsunion Rixbeck / Esbeck



Rixbeck Esbeck



Festschrift

zum

40-jährigen Bestehen

der

Ortsunion










Einleitende Anmerkung zur Entwicklung politischer Parteien


Vom König, Kaiser über Napoleon und Hitler zur Kanzlerin

Die 40-jährige
Ortsunion Rixbeck / Esbeck bildet nur den letzten Zeitraum einer längeren 'demokratischen' Entwicklung, die schon in der Antike begann, allerdings nur für die Wohlhabenden.
Die Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" wurden schon durch die Kur-('Wahl'-)Fürsten 'demokratisch' gewählt.
Politische Parteien entstanden in den USA nach 1787, vor der französischen Revolution 1789.
Das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" ging 1806 durch Napoleon unter.
Nach der Befreiung von der Leibeigenschaft in Preußen (von Stein, 1807) und die Hardenberg'sche 'Regulierung' (1811und 1816), entstanden in Deutschland konservative, liberale und republikanische (demokratische) Strömungen und Gruppen und nach 1850 vielfach "katholisch-konfessionelle und sozialistische Parteien".
Es entstanden Gemeinden und Ämter, u. a. das Amt Störmede (1843 - 1974) mit den Gemeinden Bökenförde, Bönninghausen, Dedinghausen, Ehringhausen, Eringerfeld, Ermsinghausen, Esbeck, Langeneicke, Mönninghausen, Rixbeck und Störmede.
Nach der Überwindung des Drei-Klassen-Wahlrechtes und der Einführung des Frauen-Wahlrechtes 1918 wurde die Weimarer Republik mit ihren vielen Parteien durch die Diktatur Hitlers abgelöst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 bildete sich als "Novum" eine 'Volks'-Partei, die CDU, die durch die Erfahrung der Kriegszeit zur Erkenntnis kam, überkonfessionell sein zu müssen und "vom Gewerkschafts- bis hin zum Unternehmerlager, von christlich-sozialistisch orientierten bis hin zu national-konservativen Bevölkerungskreisen" reichte. Außerdem bekannte sie sich zur "Westorientierung" und zu einem "vereinten demokratischen Europa".

Erst mit dem Godesberger Programm (1959) "fand die SPD den 'Weg' von der Klassen- zur Volkspartei". Die CDU forderte "die politische Union der Konfessionen,...das Konzept der 'Sozialen Marktwirtschaft', das als Ergänzung zum freiheitlichen Rechtsstaat einen Weg jenseits der Alternative von liberalem Kapitalismus und sozialistischer Staatswirtschaft" darstellte.


40 Jahre CDU-Ortsunion Rixbeck und Rixbeck / Esbeck im Jahre 2006

Ein Rückblick auf 40 Jahre Entwicklung einer tragenden politischen Volkspartei in einem Dorf und gemeinsam in zwei Dörfern - heute Stadtteile der Stadt Lippstadt - sind Anlass zur Besinnung und einem Rückblick auf diese Zeitspanne. Blick aber auch darauf: was die Ziele waren, was sich verändert hat und auch was durchgehend und auch heute noch Bestand hat.

Dieser Bericht handelt nicht schwerpunktmäßig von Wahlkämpfen und Gegensätzen der konkurrierenden Parteien bei den einzelnen Wahlen. Er geht vielmehr auf die zu lösenden Sachprobleme in unseren Dörfern ein. Das entspricht den Prioritäten unserer Parteiarbeit in diesen 40 Jahren. Wir wollten nicht nur gewinnen, was auch oft nicht gelang, sondern die zu lösenden Aufgaben so effektiv wie nur möglich lösen. Das wurde und wird auch heute noch unter Parteiarbeit verstanden.

Den Menschen, die dies begleiteten und durch ihre Mitgliedschaft in der
CDU und durch ihre Mitarbeit in den 4 Jahrzehnten unterstützten, gilt zunächst herzlicher Dank für ihre Treue.

Was hat die Menschen veranlasst, sich der
CDU anzuschließen? Die CDU-Mitglieder waren bzw. ließen sich von Folgendem überzeugen:

1.)
Dass sie sich engagiert und intensiv für das Allgemeinwohl einsetzen müssen, wenn etwas für die Menschen in ihrer Umgebung politisch erreicht werden soll.

2.)
Dass eine effiziente Einflussnahme in der Demokratie, d.h. wirklich etwas zu erreichen und voran zu bringen nur über die politischen Parteien möglich ist. Und dass z.B. eine direkte Volksabstimmung über jede zu fällende Entscheidung - in welch großem Rahmen auch immer - keine Kontinuität und Handlungssicherheit in das jeweilige Geschehen bringen kann.

3.)
Dass eine Einflussnahme auf die Verwaltung und ein Eintreten für notwendige Maßnahmen nur möglich ist, wenn die Partei im jeweiligen Dorf im Amt Störmede und später als Stadtteil in der Stadt Lippstadt ihre Meinung politisch durchsetzen kann.


Das geht wiederum nur wirkungsvoll, wenn eine ausreichende Anzahl von Parteimitgliedern im jeweiligen Ortsteil oder Stadtbezirk dahinter steht.

4.)
Dass diese Einflussnahme in aller Regel mühsam ist, und dass eine Meinung, ein Vorhaben nur durchgesetzt werden kann, wenn man die Kontinuität und den langen Atem dafür mitbringt, hat sich bei einer Reihe von Maßnahmen bewahrheitet.

Einen Grundsatz haben Rixbeck und auch Esbeck vertreten und das ist auch in fast allen Situationen gelungen: Die
CDU hat sich mit den anderen demokratischen Parteien bei unterschiedlichen Meinungen, z.B. zu Maßnahmen in der Stadt und in den Ortsteilen, nicht gegen Personen sondern immer nur für eine Sache eingesetzt. Dies in der Überzeugung, die Kräfte im Dorf und Ortsteil zu bündeln und nicht zu verzetteln.

Weiter wurden keine und vor allem keine persönlich aggressiven Wahlkämpfe geführt, d.h. man hat versucht, die Menschen unterschiedlicher politischer Auffassung in den Dörfern über die
CDU- Ziele zu informieren, aber nicht gegeneinander aufzubringen.

Die Aufreihung bedeutender Entscheidungen und die Erläuterung von deren Ursachen und Auswirkungen zeigen, wie in zwei Dörfern durch die Begleitung von und das Einsetzen für bestimmte Maßnahmen im politischen Raum die Verhältnisse in verschiedenen Lebensbereichen und für die Mitbewohner beeinflusst werden können.

Der Anfang und die Entwicklung.
Zur Kommunalwahl 1964 war angewiesen worden, dass die Kandidaten, die für Stadt- und Gemeinderäte von den politischen Parteien nominiert wurden, auch den Parteien angehören sollten, von denen sie vorgeschlagen wurden.

Die CDU in Rixbeck ist 1966 dem Vorschlag des damaligen CDU-Stadtverbands-vorsitzenden und des Geschäftsführers nachgekommen und hat in einer Gründungsversammlung eine selbständige CDU-Ortsunion geschaffen.

Einige Gründungsmitglieder, u. a. Bernhard Dietz-Schäfermeyer sen. und Alfred Brede,
waren
schon vorher CDU-Mitglieder.
Zu einer offiziellen Gründung einer eigenen Ortsunion ist es damals in Esbeck nicht gekommen. Die
CDU in Esbeck wurde bis zum Zusammenschluss am 11.12.1974 zur Ortsunion Rixbeck / Esbeck als Stützpunkt der Lippstädter CDU geführt. Die CDU hatte noch 1975 in dem stärker als in Rixbeck landwirtschaftlich geprägten Dorf Esbeck eine relativ starke Mehrheit. Nicht zuletzt unter dem Einfluss der starken Bebauung in Esbeck, also den Neubürgern, ging diese Mehrheit in Esbeck zeitweise verloren.

Rixbeck war - stärker als Esbeck - Wohnort von Angehörigen der Drahtzieherei "Westfälische Union AG" und der Westfälischen Metall-Industrie, der Fa. Hella.

Die Situation in den letzten beiden Wahlperioden der selbständigen Gemeinden Rixbeck und Esbeck von 1964 bis 1974.

Von außen war für die Kommunalwahlen 1964 Einfluss genommen worden, den Rixbecker Gemeinderat zu verjüngen. Das hatte damals zu einer Verstimmung bei den älteren Gemeinderatsmitgliedern und zu Spannungen in Rixbeck geführt, auch in den Familien und Freundeskreisen der älteren Gemeinderatsmitglieder. Es war auch die Ursache für das schlechte Abschneiden der
CDU bei der Kommunalwahl 1964. Die SPD hatte eine starke Mehrheit erreicht und war mit 4 Vertretern gegen 3 von der CDU im neuen Gemeinderat vertreten.

Der Rixbecker Gemeinderat von 1964 bis 1969:
Für die SPD: (4) Wilhelm Lodenkemper als Bürgermeister, Josef Wallmeier, Günther Morfeld und Karl Schulte.
Für die CDU: (3) Bemhard Dietz-Schäfermeyer sen. Neu im Gemeinderat: Josef Thomas als stellvertretender Bürgermeister und Ernst Hasler.
Bei der folgenden Kommunalwahl, nach 5 Jahren -
für die Periode 1969 bis 1974 - hatte sich für die CDU in Rixbeck der 5 Jahre vorher erzeugte Ärger über die unerwartete Abwahl der älteren, überwiegend der CDU nahe stehenden Gemeinderatsmitglieder, aber auch durch die Persönlichkeit und starke Aktivität des SPD-Bürgermeisters Wilhelm Lodenkemper, noch stärker als 5 Jahre davor, auf des Ergebnis der Gemeinderatswahl ausgewirkt.
Die C
DU erreichte 1969 nur 2 von 7 Sitzen im neuen Rixbecker Gemeinderat und die
SPD 5 Sitze.


Die Zusammensetzung des letzten Rixbecker Gemeinderates vor der Neugliederung von 1969 bis Ende 1974:
Für die SPD: (5) Wilhelm Lodenkemper als Bürgermeister. Josef Wallmeier, Günther Morfeld, Karl Schulte und Heinrich Gärtner.
Für die
CDU (2) Ernst Hasler, als stellvertretender Bürgermeister und Hans Henkemeier.

In Esbeck gab es folgende Ergebnisse:
Kommunalwahl 1964: 5 Gemeinderatsmitglieder von der CDU:
Anton Wallmeier als Bürgermeister, Anton Menne, Anton Niggenaber, Josef Heitmann, Anton Dietz.

Letzter Gemeinderat in Esbeck von 1969 -1974:
Für die
CDU (5): Josef Heitmann als Bürgermeister, Franz-Josef Ebbert, Anton Niggenaber, Hubert Pott und Anton Wallmeier.
Für die SPD (2): Erwin Mach, Heinz Vark.
In diese 5 letzten Jahre der Selbständigkeit der amtsangehörigen Gemeinden im Altkreis Lippstadt fielen auch die zahlreichen Abstimmungen mit der Verwaltung des Amtes und den Amtsgemeinden untereinander und die vielfältigen Abstimmungen mit der Stadt Lippstadt über die Modalitäten der Eingliederung in die Stadt.
Zahlreich waren auch die Abstimmungen auf Parteiebene, also der
CDU-Ortsunion mit der CDU in Lippstadt und deren Sprechern für die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche in der Stadt.

So konnte z.B. der Auffassung des Sportbeauftragten der Lippstädter CDU-Fraktion erfolgreich entgegengetreten werden, als er ernsthaft die Auffassung vertrat, die örtlichen Sportvereine in den 4 nach Lippstadt einzugliedernden Gemeinden des Amtes Störmede, Bökenförde, Rixbeck, Dedinghausen und Esbeck, in einen Sportverein Lippstadt Ost zusammen zu führen. Dass dadurch der ehrenamtliche Einsatz, den jeder Verein für "sein Dorf“ leistet, zum Erliegen gekommen wäre, konnte vermittelt werden. Wenn auch die Fußballvereine Dedinghausen und Rixbeck inzwischen aus Spielermangel als Mannschaften fusionierten, so ist dies nicht das Gleiche. Der Rixbecker Sportverein Alpinia war erst kurz vorher gegründet worden und noch nicht ausreichend gefestigt.
Der aufblühende Sport in Rixbeck z.B. wäre bei einer solchen Fusion untergegangen.
Und der alte Traditionsverein Germania Esbeck hätte das auch nur schwer überlebt.

Von der Amtsverwaltung Störmede waren jahrelang Bemühungen ausgegangen, die Selbständigkeiten der Gemeinden und des Amtes zu erhalten. Das war ein Teil auch der politischen Arbeit in der
CDU. Es wurde jedoch schnell klar, dass die Eingliederung in die Stadt Lippstadt nicht aufzuhalten war. Wenn wider besseres Wissen, diese Theorie von der Amtsverwaltung noch vertreten wurde, dann mit dem Ziel, die ordnungsgemäße Arbeit in der Verwaltung des Amtes Störmede in Ehringhausen, die ja gleichzeitig auch die Verwaltung der 11 Amtsgemeinden war, nicht durch panische Personalflucht - zulange vor der Auflösung - arbeitsunfähig zu machen.

Die Schwerpunkte der Gemeindearbeit von 1964 -1975:
Die Neuordnung des Schulwesens in den drei Kirchspielgemeinden Esbeck, Rixbeck
und Dedinghausen durch den Bau einer Hauptschule und später einer
Grundschule im Kleefeld.
Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben im stadtnahen Rixbeck im Bereich des Amtes
Störmede wegen der Gewerbesteuer.
Einen Sportplatz für Rixbeck erstmals zu schaffen und einen neuen Sportplatz für
Esbeck.
Der Bau von Kindergärten in Rixbeck und Esbeck.
Der Bau von Leichenhallen auf dem Rixbecker und dem Esbecker Friedhof.

Von Interesse für eine heutige und künftige Betrachtung sind ja außer den Überschriften der einzelnen Maßnahmen auch Hintergründe, die jeweiligen Finanzierungen und die Entwicklungen, die sie im Laufe der Fortschreibung genommen haben.
Aus diesem Grund:

Erläuterungen zu den Planungen und Maßnahmen aus dem Zeitraum 1964 bis 1974:


Neuordnung des Schulwesens in unseren Ortsteilen und die Schulneubauten.


Die drei Kirchspielgemeinden Esbeck, Rixbeck und Dedinghausen sollten im Rahmen
der Schulneuordnung im Lande Nordrhein-Westfalen zunächst eine gemeinsame
Hauptschule bekommen für die Jahrgänge 5 bis 8.
Rixbeck hatte 1962 zu dem bis dahin einzigen Klassenraum, in dem früher alle 8 Jahrgänge--zuletzt im Halbtagswechsel - unterrichtet wurden, zwei neue Schulklassenräume mit Nebenräumen dazu bekommen.

Der im Kirchspiel gegründete Schulverband konnte 1974 die neu gebaute Hauptschule in Dedinghausen beziehen.
Die Grundschulkinder der Klassen 1 - 4 wurden in den drei Dörfern dann z. T. ortsübergreifend zusammengefasst.

Eine vor dieser Zeit in Rixbeck angedachte Erweiterung der Schule nach Osten, über den Scheinebach - in Richtung des heutigen Kindergartens - wurde fallengelassen.

1976 konnte neben der Hauptschule im Kleefeld in Dedinghausen auch eine neue und modern eingerichtete Grundschule für die Klassen 1 - 4 bezogen werden.

Die Bestrebung, das freigewordene Schulgebäude, wenigstens - die um 1960 gebauten Klassen - und Nebenräume in Rixbeck als Kindergarten zu nutzen, welches dringend benötigt wurde, war aussichtslos und absolut nicht zu erreichen, weil die sehr engen und starren Bestimmungen für Raumgrößen von Kindergärten dem entgegenstanden.

Die inzwischen über 30 Jahre lange erfolgreiche Nutzung der Schulgebäude als Freizeitzentrum in Rixbeck und des Treffpunktes in Esbeck, hat außer dem Zusammenführen der Menschen in den Dörfern eine Fülle von ehrenamtlichem Engagement bei der Erhaltung dieser Häuser ausgelöst, die sonst kaum entstanden wäre.

Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben in Rixbeck

Nach der damals und wohl auch heute noch bestehenden Gewerbesteuerverteilung auf die Gemeinden, z.B. noch 1965, war es für eine Gemeinde sehr erstrebenswert, Gewerbebetriebe im Ort zu haben. Das Amt Störmede forderte diese Ansiedlung außerhalb der Stadt durch Ausweisung von preiswerten Gewerbeflächen für die Ansiedlung.
Rixbeck war als stadtnaher Ort des Amtes dafür sehr gefragt. Angesiedelt haben sich hier folgende Firmen: Fa. Elektro–Alef. Das Gebäude hat später Sport Rotter übernommen.
Fa. Hummelt & Knoop, Schuhgroßhandlung Krämer, Tiefbauunternehmen Brier, Anhängervertrieb Beumer und später Dachdeckerbetrieb Fürstenberg.

Rixbeck war durch die bevorzugte Stadtnähe in der komfortablen Lage, fast eine halbe Million DM Gewerbesteuer zu verbuchen. Wenn davon auch 1/3 an das Amt Störmede und ein weiteres Drittel an den damaligen Kreis Lippstadt abzuführen waren, blieben im Jahr an die 150.000,- DM für örtliche Maßnahmen, über deren Priorität man selbst entscheiden konnte. D. h. die vor der Neugliederung noch beschlossenen Maßnahmen wie Sportplatz, Kindergarten und Leichenhalle würden sich in kurzer Zeit aus diesem Betrag finanzieren.

Einen Sportplatz erstmalig für Rixbeck und in Esbeck einen neuen zu schaffen

Der Sportverein Alpinia Rixbeck wurde erst 1972 gegründet. Die nach dem Krieg auf inzwischen nahezu 800 Einwohner angewachsene Gemeinde Rixbeck wollte für ihre Jugend Sportmöglichkeiten vor Ort schaffen. Nur einzelne Rixbecker spielten z.B. Fußball im Sportverein Germania Esbeck.
Das Gelände des heutigen Rixbecker Sportplatzes war von der Unternehmensgruppe Conle aus Duisburg erworben worden, um dort eine Reihe von zweistöckigen Mehrfamilienhäusern für Nato-Bedienstete zu bauen. Als Beispiel galt die seit langem als Wohnhäuser genutzte ,,Nato-Siedlung" entlang der Straße ,,Puisterweg" in Bökenförde gegenüber dem Bürgerhof.

Im Laufe der Planung änderten sich die Voraussetzungen, und die Wohnungen wurden in dem geplanten Umfang nicht mehr benötigt.
Zugleich hatten sich die Möglichkeiten zum Bauen von Häusergruppen in die freie Landschaft geändert. Die Fa. Conle hatte keine Aussicht mehr, auf dem erworbenen Gelände Wohnungen zu bauen.

Da in Rixbeck keine andere Sportplatzfläche zu bekommen war, sollte auf einem Teilgelände der heutigen Siedlung Haselbusch für Rixbeck ein Sportplatz geschaffen werden.
Die Fläche für etwa ein Fußballfeld am Rande der damals geplanten Bebauung Papenbusch wurde dafür erworben. Es wären an dieser Stelle erhebliche


Erdbewegungen für ein Fußballfeld erforderlich geworden. Die Fa. Conle ließ sich auf den Tausch des Geländes am Elendsbusch mit dieser inzwischen von der Gemeinde erworbenen Fläche östlich des heutigen Papenbusch ein. Der Tausch wurde besiegelt: Die Fa. Conle gab sich mit einem Drittel der für den Rixbecker Sportplatz abgegebenen Fläche zufrieden, jedoch mit der Zusage - damals noch des Amtes Störmede - dass diese Fläche als Bauland ausgewiesen wird. Die Stadt Lippstadt, damals - kurz vor der Neugliederung - schon als Gesprächspartner bei solchen Vereinbarungen beteiligt, hatte dem ausdrücklich zugestimmt.
Rixbeck hatte einen bezahlbaren Sportplatz bekommen, der noch aufgefüllt werden musste, der aber eine Reihe von Initialzündungen bei den Rixbecker Jugendlichen und den ehrenamtlichen Vorständen und Initiatoren auslöste, der viele junge Menschen in den letzten über 30 Jahren geprägt hat.
Die Gemeinde Esbeck hatte durch Ratsbeschluss ein geeignetes Gelände durch einen langfristigen Pachtvertrag am Kösterkamp gefunden. Dieses Gelände wurde in Eigenleistung der Germania so hergestellt, dass ab Saison 74 / 75 dort die Fußballspiele ausgetragen werden. Die notwendige lnfrastruktur konnte allerdings erst durch Baugenehmigung der Stadt Lippstadt 1977 begonnen und 1979 vollendet werden. Bis dahin mussten die Umkleideanlagen auf dem heutigen Schützenplatz genutzt werden.


Bau von Kindergarten und Leichenhalle in Rixbeck und Esbeck.

In Rixbeck hatte Bürgermeister Lodenkemper persönlich großen Anteil am Zustandekommen dieser Maßnahme. Gleiches gilt für Esbeck durch Bürgermeister Heitmann.
Leisten konnte man sich die Maßnahmen guten Gewissens wegen der erwähnten Gewerbesteuer zahlenden Betriebe.
Beide Maßnahmen sind erst kurz nach der Neugliederung fertig gestellt worden, in Rixbeck
1975 und in Esbeck 1976.
Für den Kindergarten war das angekaufte Grundstück für die geplante frühere Schulerweiterung vorhanden.
Für die Leichenhallen wurde in beiden Dörfern ein Teil der kircheneigenen Friedhofsflächen genutzt.


Maßnahmen und Planungen nach der Eingliederung in die Stadt Lippstadt.
Erhaltung der Schulgebäude als Freizeitzentren für die Ortsteilbewohner.
Maßnahmen zum Ausbau der Bahnschnellstrecke.
Verhinderung der für die Aechterheide geplanten Hochmülldeponie.
Verkehrsregelungen und -maßnahmen in Rixbeck und Esbeck.
Ausbau von Fahrradwegen zur Stadt:
für Rixbeck: sowohl parallel zur Straße Roßfeld, wie auch von der L 636 bei Hummelt & Knoop durch das Mondschein- Industriegebiet in die Stadt.
für Esbeck: parallel zur Paderborner- und Salzkottener Str als auch entlang der Knappstr. von Esbeck nach Lipperode, einschließlich Beleuchtung.
Bau einer neuen Brücke über die Lippe zwischen Esbeck und Lipperode durch den Kreis Soest.
Die notwendige Friedhofserweiterung in Rixbeck.
Weiterführung der Bebauung in den Ortsteilen mit dem Vorhaben- und Entwicklungsplan Haselbusch für Rixbeck und den Bebauungsplänen Weberstr., Merschweg / Im Dorf, Knappstr. und Satzung nach § 34 Baugesetzbuch zwischen Knappstr. und Scheinebach für Esbeck.
Bau von Regenrückhaltebecken mit Anlegung von Fußwegen in Rixbeck.

Zu diesen Maßnahmen und Schwerpunkten gibt es für Rixbeck Informationen, die unter der Überschrift: 25 Jahre Stadtteil Rixbeck in der Stadt Lippstadt unter
www.rixbeck.de > Service > Rixbeck > Rückblicke > 25 Jahre kommunale Neuordnung im Internet abzurufen sind.

Z.T. nicht offiziell archiviert, aber zur ihrer jeweiligen Zeit heiß umstritten waren 3 zeitlich in Abständen diskutierte unterschiedliche Pläne zur Verkehrsumgehung der beiden Ortsteile und auch zur Entlastung von Dedinghausen.

1.)
Der
Ibrügger-Plan des Amtes Störmede zur Verkehrsführung der L 636 ab Hörste südlich von Dedinghausen und Rixbeck auf die B 55. (Der ist mit und von der Stadt Lippstadt nicht mehr diskutiert worden.)
2.)
Eine Umgehung von Esbeck, im Verlauf der L 636 östlich von Esbeck nach Süden
das Dorf umgehend, die südlich des Hauses Kress vor dem Elendsbusch in den Verlauf
wieder einmünden sollte.
3.)
Ein von der Stadt Lippstadt bereits erstellter und mehrfach positiv beratener Bebauungsplan zur Straßenunterführung der Bahn östlich der heutigen Siedlung ,,Haselbusch" und Weiterführung südlich vom Elendsbusch direkt auf die L 636 treffend.
Dieser Plan hätte für den Ost - West - Durchgangsverkehr von Rixbeck und Esbeck, aber auch für Dedinghausen erhebliche Vorteile gebracht. Er war als Lösung konkret vorgesehen, weil das Landesstraßenbauamt in Meschede eine weitere Auf- und Abfahrt zwischen der L 636 und dem Wasserturm für nicht möglich hielt, da sie zu gefährlich wäre.
Die Stadt Lippstadt hat nach dem Wechsel des Landestraßenbauamts in den „Landesbetrieb Straßen NRW“ in Meschede dann die jetzt in Betrieb genommenen Auffahrtsarme am Roßfeld durchgesetzt.

Die gemeinsame CDU-Ortsunion Rixbeck / Esbeck und die Zusammenarbeit in den beiden Ortsteilen:

Nach der Neugliederung der Stadt Lippstadt ab 1975 gab es Bestrebungen des
CDU-Stadtverbandes die in einem Wahlbezirk zusammengefassten Ortsteile auch als CDU-Ortsunionen zusammen zu schweißen. Das ist im ganzen Stadtbereich damals - soweit bekannt - nur in Esbeck und Rixbeck gelungen. Das lag nicht etwa am fehlenden Individualismus, sondern geschah aus der Einsicht, dass von der Kandidatenaufstellung bis zu den spezifischen Aufgabenschwerpunkten in den beiden Ortsteilen keine grundsätzlichen Gegensätze aufkommen sollten, wenn für die Bürgerinnen und Bürger etwas erreicht werden soll.

Das ist umso bemerkenswerter, als es doch normale Rivalitäten gibt, wie sie zwischen Nachbardörfern bestehen oder bestanden haben, die auch über Generationen gewachsen waren. Da war z. B. die frühere starke Abhängigkeit der Filialgemeinde Rixbeck von der Kirchgemeinde Esbeck, die bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts allein Kirche und Schule hatte.
Es hätte also genügend strittige Punkte und unterschiedliche Ansichten in den beiden Ortsteilen zu den verschiedenen Problemen gegeben.

Die Frage der Ortsunionstrennung zwischen Esbeck und Rixbeck ist in den über
30 Jahren des Zusammengehens niemals aufgetreten. Im Gegenteil sind aus der Zusammenarbeit bei aller Individualität der einzelnen
CDU - Mitglieder Kontakte und Freundschaften entstanden, die heute und noch weiter bestehen werden.

Als Lösung für die effektive Arbeit und Zusammenarbeit in der gemeinsamen
Ortsunion Rixbeck / Esbeck hat man sich um die Einhaltung von möglichst viel Gleichgewicht bemüht. Das gilt auch für die Werbung neuer Mitglieder, so dass die Anzahl aus Rixbeck und Esbeck annähernd gleich stark war. Ein großer Vorstand mit insgesamt 10 Personen - je 5 aus den beiden Ortsteilen - hat mit dazu beigetragen. Mehr aber noch das Bemühen, miteinander gut auszukommen und den anderen nicht zu übervorteilen. Eine weitere angestrebte Regelung, dass das Ratsmitglied aus dem einen und der Vorsitz in der Ortsunion aus dem anderen Ortsteil kommt, wird angestrebt, ist aber nicht immer einzuhalten.

Wir gedenken - unserer in den 40 Jahren verstorbenen CDU-Mitglieder - aus Rixbeck und Esbeck.

Wir werden ihr Andenken in Ehren halten.



Den Text haben erarbeitet: Ernst Hasler, Werner Richter, Wilbert Luig

Die Bilder stammen von: Brigitte Richter

Das Layout machte: Margret Vossebürger












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